Fair Trade Exkursion nach Dresden

Kurz, bevor wir uns zum Lernen für die anstehende Prüfungsphase einschließen, wollten wir noch einmal aus der Stadt raus. Mit dem Gedanken starteten wir unsere Exkursion zu verschiedenen Weltläden in Dresden.

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Wir in der FAIRE

Unsere erste Station war dabei gar kein Laden, sondern die FAIRE am Rande der Stadt. Die FAIRE, das ist die Metro für Weltläden und somit für Normalsterbliche eigentlich nicht zugänglich – wir wurden aber reingelassen. Das Verteilerzentrum für fair gehandelte Produkte wählt aus, welche Importeure den Maßstäben der Weltläden genügen und bezieht deren Produkte. Die Weltläden wiederum kaufen ihre Produkte in der FAIRE und müssen somit nicht selber den Überblick über die Vielzahl an Handelsgesellschaften behalten. Entsprechend groß war die Bandbreite an Produkten, die wir bestaunen konnten. Nicht zuletzt kaufen hier Weltläden aus dem gesamten Osten Deutschlands ein. Dass es im fairen Handel längst nicht mehr nur um Kaffee geht, ist bekannt. Trotzdem waren wir erstaunt, was es mittlerweile alles an Produkten gibt: Computermäuse, Fertiggerichte und Unterwäsche.

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Wir im Café aha

Als nächstes ging es ins aha, im Herzen der Stadt. Das aha ist kein gewöhnlicher Weltladen; von außen ist es nicht einmal als ein solcher zu erkennen. Der Laden fährt mit einem einmaligen Konzept auf: Er ist Vollwertrestaurant und Weltladen unter einem Dach. Claudia Geifenhahn, die wir bereits als Referntin unserer Ringvorlesung kennen gelernt haben, nahm uns in Empfang und erzählte uns von den Besonderheiten des aha. Im Gegensatz zu den vielen ehrenamtlich geführten Weltläden betreiben das aha bezahlte Kräfte. Was einerseits für Kontiunität und Professionalität im Arbeitsalltag sorgt, bringt auch neue Herausforderungen mit sich. So mancher neue Angestellte musste sich erst einmal daran gewöhnen, dass alles im aha ein bisschen anders läuft als in weiten Teilen der Gastronomie. Und es stellen sich auch neue ethische Fragen: Ist es gerecht, den studentischen Hilfskrägen den gleich Lohn zu zahlen wie gelernten Fachkräften, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen?

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Wir im Quilombo

Nachdem wir uns im Restaurant gestärkt hatten, ging es zu einer kurzen Visite in den Contigo-Shop. Eher ungewöhnlich für einen Weltladen liegt der Contigo auf der Einkaufsmeile Prager Straße, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Das helle Ladenlokal mit eigener Kaffeebar bot einen Kontrast zu unserem letzten Halt: dem Quilomobo. Der Weltladen in einer ehemaligen Fleischerei hat sich sein Flair aus den Anfangsjahren der Weltladenbewegung bewahrt: zwischen Produkten liegen Bücher und Flyer in den Regalen und es geht kein Produkt über die Ladentheke, dessen neuer Besitzer nicht weiß, in welchem Land es produziert wurde. Zur Unterstützung hängt dafür neben Plakaten und Fahnen eine Weltkarte an der Wand, auf der alle Herkunftsländer markiert sind. Eigentlich geht es hier aber nicht darum, zu verkaufen. Es geht darum, aufzuklären und zur kritischen Reflektion des eigenen Konsums anzuregen. Wer ein Regenrohr kaufen möchte, bekommt eine Anleitung zur Selbermachen mitgeliefert. Die Haltung, mit der der Laden geführt wird, hat definitiv zum Nachdenken angeregt.

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Exkursionsleiter Christian im Quilombo

Die Zeit in den Weltläden verging wie im Fluge. Es war überraschend, wie die Läden, die im Grunde doch ähnliche Produkte führen, unterschiedlicher kaum sein könnten und es gab viel zu entdecken. Die Planung für die nächste Exkursion brennt uns bereits unter den Fingern. Ihr dürft gespannt sein.

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