So war’s in Eibenstock

Eine ganze neue Stadt, eine ganz neue Uni – da kann das Master Studium ja beginnen. Einziges Manko, ich kannte keine Menschenseele. Die Post der Natuc bei Facebook kam da gerade recht. Das „Ersti-Wochenende im Erzgebirge“ mit Wandern, etwas Gutes tun und freundliche Menschen kennenlernen und das alles vom Stura spendiert. Gute Sache, dachte ich und so nahm das Ganze seinen Lauf.

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Am Freitagmittag, den 23.10.15, trafen wir, die Mitglieder der Natuc und die „Erstis“, uns dann am Hauptbahnhof, um gemeinsam den Zug Richtung Aue zu besteigen. Im Zug der erste Schreck. Essen wurde wohl reichlich eingepackt, aber dafür nur eine Rolle Klopapier. Für 12 Leute. Für fast drei Tage. Oh-ha. Natuc-Mitglied Christian reichte die Rolle herum mit der Aufforderung, jeder möge sich so viel nehmen, wie er gedenke für drei Tage zu brauchen. Mit dem tröstenden Gedanken an die Taschentücher in meinem Rucksack nahm ich mir also sparsam einige Blätter. Immerhin mir gegenüber wurde nur ein Blatt abgerissen. Da will’s wohl jemand wissen, dachte ich. Als sich alle versorgt hatten, begann das erste Kennenlernspiel. Jeder sollte so viele Dinge über sich erzählen, wie er sich Klopapierblätter genommen hatte. Doppelte Miese. Erstens wissen jetzt alle, wie so die Verdauung bei einem abgeht und entsprechend muss man auch noch viel über sich erzählen. Glücklicherweise hatte ich nur sieben Blatt, deswegen war die Aufgabe für mich nicht so schwer und eine positive Reputation als „Stahlblase“ vorgetäuscht. Das mit dem Klopapier war also nur eine Falle. Es gab ja doch genug. Wurde auch gebraucht, soviel kann ich ja mal verraten.

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Mit dem Zug in Aue angekommen, ging es weiter mit dem Bus bis wir endlich irgendwo im nirgendwo waren. Bevor es nun zur Fuß weiterging, gab es noch selbstgebackenen Kuchen und Tee zur Stärkung. Außerdem wurde glücklicherweise unser Gepäck mit dem Auto abgeholt, sodass wir uns ganz auf’s Wandern und die damit verbundene Schnitzeljagd konzentrieren konnten. An verschiedenen Stationen mussten wir Dinge suchen, unseren Weg bestimmen und Rätsel lösen, sowie seltsame Fragen über Pokémon und Fußball beantworten. Dafür gab‘s dann immer mal etwas Leckeres zu naschen als Belohnung. Zwei bis drei Stunden später kamen wir bei unserer Hütte an, die Christian schon netterweise für uns vorgeheizt hatte. Die Natuc-Mitglieder machen sich so gleich an die Zubereitung des Abendessens. Es gab eine Tomatensoße mit Oliven und Kapern, dazu Pasta in mehr als ausreichender Menge.

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Bevor es ans Essen ging, verstauten wir noch unsere Taschen in den Mehrbettzimmern des Obergeschosses. Da war es zwar etwas eng, aber dafür lag auch eine tote Maus in der Ecke. Nach dem super leckeren Abendessen, wurden die ersten Gesellschaftsspiele gespielt. Dabei wurde viel gelacht und gescherzt und die Weinvorräte des Wochenendes schon großzügig aufgebraucht. Es wurde eine Zeichenvariante von Stille Post gespielt, „Wer bin ich?“ und jemand war so frei und hatte das „Berliner Flughafenpannen Quartett“ mit. Alles im allem war es ein genialer Abend.

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Am nächsten Tag hatten Max, Steffi und ich früh Küchendienst. Das hieß Tisch decken, Brot schneiden, Kaffee und Tee kochen. In weiser Voraussicht war ich auch nicht ganz so spät im Bett und entsprechend war ich schon von alleine um kurz nach sieben wach. Nach und nach kamen alle hervorgekrochen und es gab reichhaltig Frühstück mit ganz viel leckerem Brot. Um zehn Uhr schließlich sollte der Arbeitseinsatz beginnen. In Kooperation mit dem Naturschutzverein „Grüne Aktion Westerzgebirge“ haben wir Ulmen, Traubenkirschen, Schneeball und Haselnüsse am nahegelegenen Bach gepflanzt, Steine zur Vergrößerung der Lesesteinhäufen gesammelt und ausgebracht sowie eine Wiese freigelegt. Das war anstrengend, aber hat auch viel Spaß gemacht und das Wetter war mehr als Bombe. Zwischendurch gab es außerdem ein reichhaltiges von Natuc-Mitglied Janine mit Liebe zubereitetes Mittagessen. So viel, dass ich erst einmal eine halbe Stunde Verdauungsschlaf einlegen musste.

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Am Nachmittag haben wir nochmal für zwei Stunden auf der Bergwiese mitangepackt bis sie wieder frei von (Fichten-) Geäst war. Für alle, die willig waren, ging es jetzt noch zum Pilze sammeln. Ich habe zwar keine Ahnung von Pilzen, aber da lass ich mich nicht zweimal auffordern und so streiften wir noch eine Weile durch den Wald und machten das Körbchen voll. Ganz nebenbei lernten wir noch einige Pilzarten kennen. In der Hütte angekommen, stand schon wieder das dampfende und vorzüglich duftende Abendessen auf dem Tisch. Der Naturschutzverein hat uns zum Dank für unsere fleißige Mitarbeit auch noch leckeren Wein spendiert. Zwölf Flaschen für zwölf Leute. Ambitioniert. Die hatten wohl verrückte Sachen über Studenten und Alkohol gehört. Naja, und das unsere Ration schon am ersten Tag quasi auf null gesunken war. Immerhin zehn Flaschen wurden alle, Spiele wurden gespielt, über die Definition von Hobbys philosophiert und ein Weinglas zerscheppert. Außerdem stellten die Natuc-Mitglieder sich und ihre Projekte vor.

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Am Sonntag wurde die Hütte wieder sauber gemacht und alle Sachen gepackt. Vor der Abreise gab es aber noch eine interessante Führung vom Förster, der uns alles Mögliche über den Wald, Nachhaltigkeit und Jagd diesbezüglich erzählt hat. Abschließend ging es im straffen Schritt zur Bushaltestelle. Unser Gepäck wartete glücklicherweise bereits auf uns und wir konnten ganz entspannt zurück nach Chemnitz tuckeln.

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Alles in allem war es ein super interessantes Wochenende bei dem ich verschiedenste Menschen aus allen Fachbereichen kennenlernen durfte. Und wer weiß, vielleicht sind auch Bekanntschaften auf Dauer dabei :)

Ein Bericht von Anika Reinhardt

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