Nachhaltigkeit an der TU Chemnitz – eine Momentaufnahme

Wie steht es eigentlich um Nachhaltigkeit an unserer Uni? Dieser Frage ist ein Forscherteam der Professur für Innovationsforschung und Technologiemanagement nachgegangen. Sie haben in diesem Jahr an der Uni dazu aufgerufen, die eigene Vorstellung von Nachhaltigkeit und die Projekte dazu, in einem wissenschaftlichen Poster zu präsentieren. Angesprochen wurden dabei Professuren, Forschungsverbunde, Fakultäten, administrative Einheiten, zentrale Einrichtungen der Uni, das Studentenwerk, universitätsnahe Institutionen und studentische Initiativen. Auch wir als Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit des StuRa sind dem Aufruf nachgekommen. Die Beiträge, die schon im Sommer zum Go Next!-Tag vorgestellt wurden, sind jetzt in einem Posterband (ISBN 978-3-944640-66-2) erschienen, der online abgerufen werden kann.

Erst einmal wirkt es angesichts der Vielzahl der Akteure an der Uni ernüchternd, dass der Band nur elf Beiträge umfasst. Aber nichtsdestotrotz haben sich die Menschen dieser Organisationen die Mühe gemacht, ihre Arbeit unter den Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu betrachten. Dabei kommen Bereiche zutage, die einem nicht direkt im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit eingefallen wären. Was hat zum Beispiel eine Jura-Professur mit dem Thema zu tun? In der Art, wie die unterschiedlichen Bereiche der Universität sich um Nachhaltigkeit kümmern, gibt es eine weite Bandbreite: Die einen verzichten auf den Ausdruck von Skripten und während die anderen ihre Forschung und Lehre am den erneuerbaren Energien ausrichten. Der Begriff der Nachhaltigkeit ist vielfältig auslegbar und jeder lebt ihn anders.

Trotz der Pluralität in den Beiträgen ist in dem Band noch einiges zu vermissen. Die Verwaltung der Universität meldet sich gar nicht zu Wort. Unter den Akteuren fehlt eine einheitliche Strategie. Wer Maßnahmen der Universitätsleitung in dem Band sucht, wird selbst im Vorwort des Rektors nicht fündig. Die Stellen, die an der Uni am meisten ändern könnten, schweigen sich aus. Gerade die Universität könnte mit ihrer Stellung in der Gesellschaft einen Wandel vorleben und über die wissenschaftliche Ausbildung hinaus Werte vermitteln. Indem an dieser Stelle im Bereich Nachhaltigkeit eine übergeordnete Strategie fehlt, wird eine bedeutende Chance verpasst.

Zum Glück ist mit dem Band nicht das letzte Wort gesprochen. Er zeigt auf, was bereits getan wird – und an der Universität gibt es immer noch einiges mehr, als in dem Band steht. An der Universität tut sich immerhin etwas. Aber bloß im Kleinen und Vernetzung zwischen den einzelnen Institutionen besteht kaum. Hier könnte noch viel gemacht werden.

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