Ökosoziale Ringvorlesung 2017

27. April

Klimaflüchtlinge – zwischen Realität und Fiktion

Olaf Bernau (Afrique-Europe-Interact)

Bereits heute gibt es weltweit über 25 Millionen Klimaflüchtlinge – und das dürfte nur der Anfang sein. Doch die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Flucht sind vielschichtig und keineswegs eindeutig: Wo sind verkürzte Regenzeiten, Überschwemmungen oder Dürre Auslöser von Flucht und Migration, wo verstärkt der Klimawandel lediglich die Migration aus Armut und perspektivlosen Verhältnissen? Macht der oftmals apokalyptisch aufgeladene Begriff des „Klimaflüchtlings“ angesichts derart komplexer sozialer, ökologischer und ökonomischer Verschränkungen überhaupt Sinn – nicht zuletzt unter Berücksichtigung davon, dass saisonale bzw. zirkuläre Migration in vielen Weltregionen schon lange eine ganz normal in den Alltag integrierte Anpassungs- und Überlebensstrategie darstellt? In seinem Vortrag wird Olaf Bernau unter anderem am Beispiel der Sahelländer in das Thema einführen, dabei soll es auch um die aktuelle Debatte zu Fluchtursachen gehen.

Olaf Bernau (NoLager Bremen)ist Diplom-Soziologe. Er ist ehrenamtlich als Koordinator des transnationalen Netzwerks Afrique-Europe-Interacttätig, in diesem Rahmen hält er sich auch regelmäßig in Mali auf. In Teilzeit arbeitet er bei einer gewerkschaftlichen Antidiskriminierungsstelle.

18. Mai (verschoben auf den 29.06.2017)

Aquaponik – ein Konzept Fischzucht und Pflanzenkultivierung in einem

Mandy Schreck (Delphin Projekte)
Raum 2/B201 Reichenhainer Straße 70

Überfischung der Ozeane und Überdüngung sowie grenzenloser Pestizideinsatz bringen zunehmend das natürliche Gleichgewicht durcheinander. Nun heißt es zu verzichten oder nach Alternativen zu suchen. Ein altes Konzept könnte den Appetit auf frischen Fisch und Salat stillen. Aquaponik gilt als gutes System Pflanzen und Fische parallel gedeihen zu lassen. Mandy Schreck vom AQUAPONICS VERBAND zeigt die Möglichkeiten und Herausforderungen auf, die es zu erforschen gilt. Im Chemnitzer Projekt Karree 49 wird experimentiert inwiefern dieser Ansatz auch soziale Herausforderungen bewältigen kann.

1. Juni

Sachsen als Billigagrarland? Ist der Politik und uns die Gesundheit egal?

Reinhild Benning (German Watch)
Raum 2/B201 Reichenhainer Straße 70

Nirgends sonst in Deutschland sind die Hühnerhaltungen so konzentriert wie in Sachsen. Einige Betriebe dominieren den Markt, für die kleineren bleiben nur kleine Anteile – neufeudale Zustände haben sich herausgebildet. Woanders werden die Bestimmungen verschärft, doch nach Sachsen kommen die Agrarindustriebarone zunehmend gern. Was bedeutet das für unsere Gesundheit, für unser Grundwasser und für unsere Ernährung? Wiederholen wir die Fehler, die woanders schon behoben wurden? Reinhild Benning (Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung, germanwatch e.V.) wird in ihrem Vortrag in das Thema einführen und danach werden wir darüber diskutieren.

8. Juni

Nachhaltiger Konsum geht das überhaupt?!

Tobi Rosswog (living utopia)
Raum 2/B201 Reichenhainer Straße 70

„Nachhaltiger Konsum – ist das möglich?“ diese Frage stellt sich und euch Tobi Rosswog, Mitweltpädagoge, Vollzeitaktivist und Nachhaltigkeitsprozessbegleiter. Tobi ist Mitinitiator des Projekt-und Aktionsnetzwerk living utopia, Mitorganisator des Mitmachkongress utopival und gestaltet mit living utopia verschiedene Mitmachräume für den gesellschaftlichen Wandel, um zum Perpektivwechsel einzuladen und Wege in ein neues Miteinander zu gehen. Er und wir, das Umweltreferat, laden euch ein, über die Antwort auf diese Frage nachzudenken, darüber etwas zu hören und mit zu diskutieren. :)

15. Juni (abgesagt)

Nachhaltige Stadtentwicklung

Prof. Birgit Glorius (TU Chemnitz)

Raum 2/B201 Reichenhainer Straße 70

Städte sind global betrachtet der wichtigste menschliche Lebensraum. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Stadtentwicklung sozial- und umweltverträglich und damit nachhaltig gestaltet werden kann. In dem Vortrag werden wesentliche Aspekte und Reibungspunkte nachhaltiger Stadtentwicklung wie z.B. Klimawandel/Energieverbrauch/Umweltverschmutzung oder Soziale Ungleichheit/Wohnungsmarktentwicklung/Gentrification anhand konkreter Städtebeispiele thematisiert und kritisch diskutiert.

Ein Nachholtermin ist in Klärung

6. Juli (krankheitsbedingt abgesagt )

  1. Nachhaltige Friedensarbeit am Beispiel Ruanda und Burundi

Claudia Meier (Global Public Policy Institute)
Raum 2/B201 Reichenhainer Straße 70

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine wichtige Voraussetzung um politische, soziale und ökologische Probleme anzugehen. Doch wie schafft man das? Claudia Meier (Projektleiterin beim Global Public Policy Institute und ehm. Programmleiterin für Interpeace) berichtet über ihre Arbeit in Ruanda und Burundi, mit welchen Ansätzen Konflikte verhindert und verarbeitet werden. Was können wir daraus für unsere Gesellschaft lernen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.